Kapitel 1: Die Blende Die Blende ist eine verstellbare Öffnung im Objektiv, die die einfallende Lichtmenge steuert. Ihre Größe wird als Blendenzahl angegeben, dem Verhältnis von Brennweite zu Öffnungsdurchmesser: f/2.8 bezeichnet eine große, f/16 eine kleine Öffnung. Eine ganze Blendenstufe halbiert oder verdoppelt die Lichtmenge; die Reihe ganzer Stufen lautet f/1.4, f/2, f/2.8, f/4, f/5.6, f/8, f/11, f/16, f/22. Die Blende steuert zugleich die Schärfentiefe: Eine offene Blende (kleine Blendenzahl) erzeugt geringe Schärfentiefe und Freistellung, eine geschlossene Blende große Schärfentiefe. Jenseits von etwa f/16 sinkt die Detailschärfe durch Beugung. Kapitel 2: Die Belichtungszeit Die Belichtungszeit ist die Dauer, während der der Sensor Licht sammelt. Sie wird in Sekundenbruchteilen angegeben; jede Halbierung oder Verdopplung entspricht einer Lichtwertstufe. Kurze Zeiten frieren Bewegung ein: 1/1000 Sekunde genügt für Sport, 1/250 Sekunde für gehende Personen. Lange Zeiten erzeugen Bewegungsunschärfe, etwa fließendes Wasser ab 1/4 Sekunde. Als Faustregel für verwacklungsfreies Fotografieren aus der Hand gilt: Belichtungszeit höchstens eins durch Brennweite (Kleinbild-äquivalent), also 1/50 Sekunde bei 50 Millimetern. Bildstabilisatoren verlängern diese Grenze um drei bis fünf Stufen. Kapitel 3: Der ISO-Wert Der ISO-Wert beschreibt die Signalverstärkung des Sensors. Die Basisempfindlichkeit liegt bei den meisten Kameras bei ISO 100; jede Verdopplung entspricht einer Lichtwertstufe. Höhere ISO-Werte ermöglichen kürzere Belichtungszeiten bei wenig Licht, verstärken aber das Bildrauschen und verringern den Dynamikumfang. Modernes Rauschverhalten erlaubt bei Vollformatsensoren meist saubere Bilder bis ISO 3200 bis 6400. ISO-invariante Sensoren erlauben es, die Aufhellung ins RAW-Processing zu verschieben, ohne zusätzliches Rauschen einzuhandeln. Kapitel 4: Das Belichtungsdreieck Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert bilden das Belichtungsdreieck: Alle drei Größen bestimmen gemeinsam die Bildhelligkeit, und eine Stufe bei einer Größe lässt sich durch eine Stufe einer anderen ausgleichen. Ein Beispiel: f/8 bei 1/125 Sekunde und ISO 100 belichtet identisch wie f/5.6 bei 1/250 Sekunde und ISO 100 oder f/8 bei 1/250 Sekunde und ISO 200. Die Wahl innerhalb dieser äquivalenten Kombinationen ist eine gestalterische Entscheidung über Schärfentiefe, Bewegungsdarstellung und Rauschen. Kapitel 5: Der Weißabgleich Der Weißabgleich gleicht die Farbtemperatur der Lichtquelle aus, gemessen in Kelvin: Kerzenlicht liegt bei etwa 1800 Kelvin, Glühlampen bei 2700 Kelvin, Tageslicht bei 5500 Kelvin, bedeckter Himmel bei 6500 bis 7500 Kelvin. Ein zu niedrig eingestellter Weißabgleich macht das Bild blau, ein zu hoher macht es orange. Wer in RAW fotografiert, kann den Weißabgleich verlustfrei nachträglich setzen; bei JPEG ist die Korrektur begrenzt. Kapitel 6: Autofokus-Betriebsarten Der Einzel-Autofokus (AF-S) stellt einmal scharf und verriegelt die Entfernung — geeignet für statische Motive. Der kontinuierliche Autofokus (AF-C) führt die Schärfe laufend nach und ist die Wahl für bewegte Motive; die Trefferquote hängt von der Motivverfolgung ab. Beim Fokus-und-Verschwenken-Verfahren wird mit dem mittleren Feld scharfgestellt und dann der Bildausschnitt verändert; bei offener Blende und naher Distanz führt das Verschwenken zu Fokusfehlern, weil sich die Fokusebene dreht.